Das Komitee der Wirtschafts- und Finanzgeschichte Frankreichs
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Es wurde im Jahre 1989 im Ministerium für Wirtschaft, Finanzen und Industrie eingerichtet und dient als Informations- und Kommunikationsstelle für die einzelnen Direktionen des Ministeriums, die Vertreter der wichtigsten Finanzinstitutionen und Akademiker verschiedenster Fachrichtungen.
Hôtel de la Monnaie 11, quai Conti - 75270 PARIS Cedex 06 Underground: Pont neuf oder Odéon Tel: 01.40.46.59.66 Email: comite-histoire@finances.gouv.fr http//www.comite-histoire.minefi.gouv.fr |
Comité pour l'histoire économique et financière de la France (CHEFF)
Mission/Aufgabe
Es ist u.a. die Aufgabe des Komitees der Wirtschafts- und Finanzgeschichte Frankreichs,
- zu einem besseren Verständnis der Geschichte des Staats und seiner Rolle in Wirtschafts-, Geld- und Finanzangelegenheiten, vom Mittelalter bis heute, beizutragen
- die Forschung und ihre Publizierung zu diesem Themengebiet zu unterstützen
- die Erinnerungen der Beschäftigten des Finanzministeriums an ihre Aufgaben und Tätigkeiten zu sammeln und weiterzugeben
Aktivitäten
Zu den Aktivitäten des Komitees der Wirtschafts- und Finanzgeschichte Frankreichs zählen:
- das Zusammenstellen von Leitfäden für Wissenschaftler mit dem Ziel, diesen den Zugang zu den Quellen der Wirtschafts- und Finanzgeschichte zu erleichtern. Hierzu sind bereits vier Ausgaben zur Wirtschafts- und Finanzgeschichte über die Zeit vom Mittelalter bis heute veröffentlicht worden.
- die Veröffentlichung und Verbreitung von Arbeiten zur Geschichte der Wirtschaft
- - in der Sammlung des Komitees "Histoire économique et financière de la France" (Wirtschafts- und Finanzgeschichte Frankreichs) und
- - in dem jährlichen Kompendium "Etudes et documents". Es wurden bereits mehr als 100 Studien und Dokumente seit der Einrichtung des Komitees erstellt.
- die Organisation und Durchführung von Symposien, Studientagen und Seminaren zu ausgewählten Themen. Es wurden bereits 35 Symposien zu unterschiedlichen Forschungsgebieten durchgeführt. Die Themen reichten vom Marshallplan bis zur Finanzverwaltung unter dem Ancien Régime bis hin zu den Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und seinen überseeischen Gebieten
- die Durchführung eines Forschungsprogramms zur Geschichte des Ministeriums und seiner Rolle im Wirtschaftsleben Frankreichs
- die Zusammenstellung eines „lebenden Gedächtnisses“ durch die Sammlung von authentischen Zeitzeugenberichten (mündlichen Archiven) sowie von Erinnerungen von Akteuren und Zeugen des Wirtschafts- und Finanzlebens seit den dreißiger Jahren. Hierzu existieren bereits Aufzeichnungen mit einem Umfang von rund 3000 Stunden von über 300 befragten Persönlichkeiten
- die Aufforderung an pensionierte Beamte der Wirtschafts- und Finanzverwaltungen, ihre Erinnerungen im Rahmen von autobiographischen Concours zu verfassen und damit für spätere Zeiten zu erhalten
- die Öffnung der historischen Bibliothek für Wissenschaftler mit u.a über 20 000 frei zugänglichen Werken
Organisation
Der Minister für Wirtschaft, Finanzen und Industrie führt den Vorsitz des Komitees; sein Vizepräsident ist Maurice Lévy-Leboyer.
Verwaltungsausschuss
Der Verwaltungsausschuss setzt sich aus den Direktoren und Referatsleitern des Ministeriums für Wirtschaft, Finanzen und Industrie, dem Gouverneur der Banque de France, dem Generaldirektor der Caisse des Dépôts et Consignations, dem Generaldirektor der Archives de France und dem Präsidenten der Bibliothèque Nationale de France (Französische Nationalbibliothek) zusammen.
Wissenschaftlicher Ausschuss
Dem wissenschaftliche Ausschuss gehören folgende Mitglieder an:
Michel Aglietta, Louis Amigues, Agnès d'Angio, Michel Antoine, Guy Antonetti, Jean-Charles Asselain, Françoise Bayard, Louis Bergeron, Jean-Jacques Bienvenu, Christian de Boissieu, Eric Bussière, Jacques Campet, François Caron, Philippe Contamine, Robert Frank, Patrick Fridenson, René Girault (†), Jean-Noël Jeanneney, Jean Kerhervé, Michel Lescure, Maurice Lévy-Leboyer, Michel Margairaz, Jacques Marseille, Yves Mény, François Monnier, Gabriel Montagnier, Alain Plessis, Raymond Poidevin (†), Albert Rigaudière, Guy Thuillier, Jean Tulard, Denis Woronoff.
ZEITZEUGENARCHIV (Mündliche Archive)
Das Komitee hat in Aufzeichnungen von mehr als 3000 Stunden Dauer die Erinnerungen von 300 Personen, die zumindest einen Teil ihres Berufslebens im Ministerium für Wirtschaft, Finanzen und Industrie tätig waren, festgehalten. Diese können von Wissenschaftlern, die Forschungen in Geschichte und Politikwissenschaften betreiben, - nach Terminvereinbarung - eingesehen werden.
Die Sammlung zeigt die Vielfalt der administrativen Laufbahnen und Direktionen auf, wobei vorrangig die Erinnerungen höherer Beamter und der Finanzinspektoren Berücksichtigung finden. Die Sammlung umfasst derzeit Erinnerungen von Persönlichkeiten der Geburtsjahrgänge von 1891 bis 1940:
- Ehemalige Minister für Finanzen und Industrie
- Ehemalige Beamte unterschiedlicher Direktionen des Ministeriums (z.B. Versicherungswesen, Haushalt, öffentliche Buchführung, Gas und Elektrizität, Zoll, Steuer, Personal, ausländische Wirtschaftsbeziehungen, INSEE – Institut de la statistique et des études économiques (Institut für Statistik und Wirtschaftsstudien))
- Ehemalige Wirtschaftsberater, Buchhalter, Finanzinspektoren; frühere Beamte des Cour de Comptes (Rechnungshof), des Conseil d’Etat (höchstes französisches Verwaltungsgericht), des Cour de cassation (Kassationsgericht) und der Banque de France
Das Komitee kann auf Anfrage eine komplette Liste aller interviewten Personen zur Verfügung stellen. Das Zeitzeugenarchiv sowie begleitende Unterlagen mit Lebensläufen können auf Anfrage in den Räumlichkeiten des Komitees der Wirtschafts- und Finanzgeschichte Frankreichs eingesehen werden.
Patricia Bas
Tel: 01 58 28 98 07 oder 01 58 28 98 18
Email: patricia.bas@finances.gouv.fr
DIE HISTORISCHE BIBLIOTHEK
Das Komitee der Wirtschafts- und Finanzgeschichte Frankreichs gewährt nach Voranmeldung allen Interessierten Zutritt zur historischen Bibliothek des Ministeriums für Wirtschaft, Finanzen und Industrie.
Die historische Bibliothek umfasst auch die Sammlung der früheren Zentralbibliothek des Finanzministeriums in der Rue de Rivoli.
Fast 20 000 Publikationen über Verwaltungs-, Wirtschafts- und Finanzgeschichte und einige Fachmagazine stehen Forschern und anderen Interessierten zur Verfügung.
Regelmäßige Neuerwerbungen ermöglichen es, die Sammlung auf einem aktuellen Stand zu halten. Schenkungen und Leihgaben aus privaten oder öffentlichen Sammlungen stellen eine zusätzliche Bereicherung der Sammlung dar.
Den Nutzern stehen alphabetisch und thematisch gegliederte Kataloge zur Verfügung.
Bibliothèque historique
12, place du Bataillon du Pacifique - 75012 Paris
Paul-Marie Grinevald
Tel: 01 53 18 35 45 oder 27 86, nur nach Voranmeldung
Ein ständiges Sekretariat wurde über das Institut de la gestion publique et du développement économique (IGPDE – Institut für öffentliche Verwaltung und Wirtschaftsentwicklung) eingerichtet.